
Mo 19:45 Uhr
Di ab 18:30 Uhr
Mi 18:00
Do 19:45 Uhr
Fr 19:30 Uhr
Sa 13:00 Uhr (Open Mat)
Effektive Selbstverteidigung - Körperliche Nachteile neutralisieren durch BJJ-Techniken in der Clinch & Bodendistanz
Die Einstellung und Philosophie die im Brazilian Jiu-Jitsu steckt ist ziemlich einfach und dadurch sehr effektiv. Die Grundidee ist körperliche Nachteile dem Kontrahenten gegenüber durch das Nutzen physikalischer Gesetze nicht nur Auszugleichen sondern ihn dadurch zu bezwingen.
Ein körperlich unterlegener Kämpfer hat in einem offenen Schlagabtausch mit einem wesentlich schwereren Gegner meist das Nachsehen. Im BJJ geht es darum geschützt so schnell wie möglich sehr nah an den Gegner heranzukommen.
Ob im Stand oder am Boden sind Schläge nahezu wirkungslos wenn einer der Kämpfenden den anderen sehr eng umklammert. Es ist einfach nicht genügend Körperrotation und Strecke für nötigen Schwung vorhanden um wirkungsvoll zu Schlagen.
Was in dieser engen Distanz aber noch bleibt sind Hebel- und Würgetechniken und das Wissen um die konkreten Vor- und Nachteile der Positionen, die entstehen können.
Man kann sagen, dass eigentlich jeder Mensch fähig ist wild um sich zu schlagen, wenn er will oder dazu gezwungen wird. Ein untrainierter, aggressiver, starker Kämpfer kann ohne weiters einen trainierten, schwächeren Kämpfer durch Schläge bezwingen, jeder weiß wie Schlagen geht.
Wird ein untrainierter, starker Kämpfer allerdings in eine sehr nahe Distanz (Clinch- oder Bodendistanz) gezwungen und dadurch seine Schläge neutralisiert, ist meist nicht sehr viel Können im BJJ nötig um sehr gute Chancen zu haben ihn mit einer Hebeltechnik oder auch durch Schläge aus sehr dominanten Bodenpositionen zu bezwingen.
Es gibt einfach für einen im Bodenkampf Untrainierten zu viele Möglichkeiten einen gravierenden Fehler zu begehen, den ein Bodenkämpfer meist sofort auszunutzen weiß.
Obwohl das Brazilian Jiu-Jitsu zu Selbstverteidigungszwecken entwickelt worden ist (siehe Ursprung und Entwicklung), wird es von den meisten Praktizierenden als (Wettkampf-) Sport betrieben. u-Jutsu | München
BJJ, ein anspruchsvoller Sport
Das anspruchsvolle Training des BJJ bietet die Möglichkeit Kraft, Ausdauer und Flexibilität zu steigern. Dadurch dass der Trainingspartner die meiste Zeit Widerstand gibt, werden Timing, Balance und Anpassungsfähigkeit abverlangt und gefördert. Diese Aspekte und technisches Können können über Jahre hinweg bis ins hohe Alter weiterentwickelt werden. Das macht es im BJJ möglich noch mit weit über 40 Jahren mit den „jungen, wilden“ problemlos trainieren zu können.
BJJ als Wettkampfsport
Auch wenn Wettkämpfe nicht zwingend nötig sind um über Jahre Spaß am Brazilian Jiu-Jitsu zu haben, sind sie doch ein sehr wichtiger Bestandteil. Nur auf der Matte bei einem Turnier zeigt sich welche Techniken und Strategien Erfolg bringen können. Auch findet hier ein gewisser Austausch unter den Wettkämpfern aus der ganzen Welt statt.
Jedes Team/Wettkämpfer ist natürlich bestrebt neue Technikvarianten und Positionen zu entwickeln die ihm gegenüber den Kontrahenten einen Vorteil verschaffen können.
Ein sportlicher Wettkampf ist genau reglementiert. Der Kampf kann in der Regel nach zwei Arten gewonnen werden. Hat nach Ablauf der Kampfzeit (5-10 Min.) kein Kämpfer den anderen zur Aufgabe (Submission) zwingen können, entscheidet der Punktestand. Punkte bekommt man durch das Erreichen von bestimmten Positionen.
Bsp eines BJJ Punktesystems
| 4 | 3 | 2 | -1 | 1 |
| mount --------- back grab |
Passing the guard | Take Downs ------ Sweeps ------ Knee on the belly |
Penalities | Advantages |
Auch wenn ein Kampf durch Punkte entschieden werden kann ist das primäre Ziel dennoch den Gegner durch einen Hebel - der kontrolliert ausgeführt werden muss, zur Aufgabe zu zwingen. Die Wettkämpfer werden auch in Gürtel- und Gewichtsklassen eingeteilt. Die Gürtelfarben im BJJ sind von Anfänger bis Meister: Weiß – Blau – Lila – Braun – Schwarz
BJJ als wichtiger Bestandteil im Freefight oder MMA (mixed marital arts)
Auch beim Freefight dem sog. MMA (Mixed Martial Arts) bildet BJJ eine unverzichtbare Grundlage. Diese Wettkämpfe finden in der Regel in einem Ring oder einem Käfig (Cage) statt.
Das Reglement lässt alle Kampfdistanzen zu, vom Standkampf über den Takedown (Wurf) – bekannt aus dem Ringen oder Judo - zum Bodenkampf. Es sind Schläge, Stöße und Kicks mit Faust, Ellbogen, Knie und Fuß erlaubt.
Diese Art von Kämpfen ist in Brasilien schon seit vielen Jahren populär und durch die Erkenntnis dass ein Kampf mit wenigen Regeln fast immer den Bodenkampf beinhaltet, sind Kenntnisse im Brazilian Jiu-Jitsu unerlässlich.
Durch Veranstaltungen in den USA („Ultimate Fighting Championship“) und Japan („Pride“) ist dieser Sport seit einigen Jahren in sehr schnellem Wachstum. Die Kombination von Kick-/Thaiboxen, Boxen, Ringen und Brazilian Jiu-Jitsu hat sich als optimal herausgestellt und wird von den allermeisten Wettkämpfern auch so trainiert.
In den ersten Jahren dieses Sports (ca. Anfang der 90er) haben die Kämpfer aus dem BJJ absolut dominiert. Dies war dadurch möglich da die meisten Kämpfer aus anderen Stilen nahezu kein Wissen über den Bodenkampf hatten und den ihnen unbekannten Techniken gnadenlos ausgeliefert waren.
Brazilian Jiu Jitsu wurde über Jahrzehnte in Brasilien zur Selbstverteidigung im Strassenkampf (Streetfight) und für den Wettkampfsport entwickelt. BJJ & seine Effektivität wurde durch UFC weltweit bekannt und sorgte vor ca. 15 Jahren für eine Revolution in der Welt des MMA (Mixed Marital Arts) bzw der Kampfkünste.
Brazilian Jiu-Jitsu hat seinen Ursprung im traditionellen Judo (dem damaligen Jiu-Jitsu) und wurde von den Brüdern Carlos und Helio Gracie um 1914 entwickelt. Die Grundlage für ihr zur Selbstverteidigung geschaffenes System bildeten die Lehren des japanischen Jiu-Jitsu Meisters Matsudo Maeda der in einer japanischen Immigrantenkolonie in Brasilien lebte und Carlos Gracie im Zweikampf unterrichtete.
Dieser passte das Jiu-Jitsu den häufigen in Rio stattfindenden Stassenkämpfen (Streetfights) an. Sein körperlich kleinerer und schwächerer Bruder Helio Gracie begann die Techniken seiner unterlegenen Körperstruktur anzupassen und so zu verfeinern, dass er damit physisch stärkeren Gegnern dennoch überlegen war.
Durch ständige Herausforderungs-/Vergleichskämpfe entwickelte die Familie Gracie die nun Brazilien Jiu-Jitsu genannte Kampfkunst immer weiter. Zu weltweiter Bekanntheit geführt wurde das Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) dann durch Royce Gracie 1993 beim „Ultimate Fighting Championship“ („UFC“).
Bei diesem fast regellosen Turnier traten sich Wettkämpfer verschiedener Kampfsportarten gegenüber. Darunter waren Vertreter aus dem Thai- und Kickboxen, dem Savaté, dem Shootfighting, dem Sumo, dem Karate, dem traditionellen Jiu Jutsu, Judo, Nin Jutsu und dem Profiboxen.
Obwohl Royce Gracie mit Abstand der leichteste Teilnehmer dieser Veranstaltung war gewann er das Event nach 4 gewonnen Kämpfen (an einem Abend!). Auch auf den darauffolgenden Veranstaltungen überzeugte er durch technische Überlegenheit.
Kampfsport für Fitness, Kraft, Ausdauer & Flexibilität
Der physische Anspruch den Brazilian Jiu-Jitsu an den Körper stellt ist sehr komplex und ausgewogen. Neben Ausdauer und Kondition werden vor allem die Flexibilität und die Geschmeidigkeit trainiert.
Viele Positionen die im Bodenkampf wichtig sind, erinnern sehr stark an Bewegungen aus dem Yoga. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Drills zum Aufwärmen, Dehnen und Stärken des Körpers aus dem Yoga stammen oder abgeleitet wurden.
BJJ ist eine sehr weiche Kampfkunst - da sie ohne Schlagen auskommt - bei der es sehr stark auf kleine Feinmotorische Bewegungen ankommt. Das Ziel ist es dadurch so Energiesparend wie nur möglich zu kämpfen indem Hebelverhältnisse und Körpergewicht optimal eingesetzt werden.
Details bei der Positionierung, kleinsten Gewichtsverlagerungen und das gezielte An- oder Entspannen bestimmter Körperregionen entscheiden ob eine Technik gegen einen Gegner/Trainingspartner, der vollen Widerstand leistet, funktioniert oder nicht.
Auch sind die Ansprüche an die Kraft bzw Fitness sehr komplex. Im Standkampf z.b. sind explosive sehr dynamische Bewegungen gefragt, während am Boden die Haltekraft und oftmals sehr langsame und kontrollierte Bewegungen zum Ziel führen, die ein hohes Maß an Balance & Körper-Gespür, auch des vom Trainingspartners, fordern & natürlich antrainiert werden können.
Brazilian Jiu-Jitsu deckt also einen sehr weiten Bereich an körperlichen Anforderungen ab. Dadurch vereint es ALLE Aspekte die nötig sind, seine Muskulatur und das Herzkreislaufsystem auf vielseitige Art zu trainieren.